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Unser Leben ist nicht einfach nur von äusseren Umständen und Ereignissen geprägt, sondern oft gibt uns das Leben auch die Möglichkeit, in schwierigen Situationen etwas zu bewegen und zu gestalten. Und so setzt sich das Wort Bio-graphie aus zwei Teilen zusammen: Bios von «Leben» und graphie von «schreiben». Wir schreiben also in gewisser Weise selbst unsere Biographie. Das mögen wir in schwierigen Situationen kaum glauben. Aber kommt es nicht auch darauf an, wie wir lernen mit den uns unannehmbaren Schicksalssituationen umzugehen und was wir aus ihnen machen können?

Julia Schwerk arbeitet zum einen aus der anthroposophischen Biographie- und Gesprächsarbeit heraus und zum anderen orientiert sie sich am personenzentrierten Ansatz nach Carl Rogers. Sie hat viele Jahre als Psychotherapeutin der Klink Arlesheim gearbeitet und auch in langer privater Praxistätigkeit diese beiden Ansätze vorangetrieben.

Die Biographiearbeit betrachtet den Menschen mit seiner Geschichte und in seiner jetztigen Situation sehr genau. Sie bezieht neben individuellen und persönlichen Fragen im Leben auch eine übergeordnete Dimension ein, nämlich archetypische Prinzipien wie bestimmte Rhythmen oder typische Kehr -und Wendepunkte im Leben, die jede menschliche Entwicklung in gleicher Weise betreffen. Durch die Verbindung einer persönlichen und einer übergeordneten Ebene können Ereignisse in einem neuen Zusammenhang eingeordnet werden und als sinnhaft empfunden werden.

Die Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers setzt den Menschen und seine ganz eigene Geschichte, seine Gefühle, seine Ressourcen und natürlich auch seine individuellen Entwicklungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt. Das drückt sich auch in der Arbeitshaltung von Julia Schwerk aus, denn sie ist vor allem von Wertschätzung und Empathie für ihr Gegenüber geprägt- egal wieviel Scham, Selbstverurteilung oder Schuldgefühle im Gespräch auch auftauchen. Durch die vielen Jahre der Erfahrung mit diesem Ansatz ist im Gespräch Offenheit, Sicherheit und Selbstexploration möglich. Ihre Rolle versteht Julia Schwerk dabei nicht als Expertin, die vorgibt, was richtig oder falsch ist, sondern als Begleiterin, die aufmerksam zuhört, Resonanz und Impulse gibt und so die Wahrnehmung für sich selbst und für andere fördert.

„Es ist im Leben sehr selten, dass uns jemand zuhört und wirklich versteht, ohne gleich zu urteilen. Dies ist eine sehr eindringliche Erfahrung.“

Carl R. Rogers, Ohio, 80er-Jahre